Zu Gast auf dem Mond

Unser nächster Nachbar im All ist schön und geheimnisvoll. Aber wie sieht er von der Nähe aus und wie wirkt er auf unseren Planeten? Machen Sie mit uns einen kleinen Ausflug zum Mond.
Seine Entstehung verdankt unser Trabant einer gigantischen Katastrophe. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren kollidierte die noch junge Erde mit einem anderen Himmelskörper, der ungefähr die Größe des Planeten Mars gehabt haben muss. Es fehlte nicht viel und aus unserem Heimatplaneten wären mehrere kleine Asteroide entstanden. Riesige Gesteinsmassen verdampften oder wurden zertrümmert und flogen ins All. Der Planet Erde blieb bestehen, seine Wunden schlossen sich. Aber der fremde Wanderer aus den Tiefen des Weltalls wurde bei dem Zusammenprall zerstört und aus seinen Trümmern ballte sich ein neuer Himmelskörper zusammen: der Mond. Von der Schwerkraft der Erde eingefangen, wurde er zu einem ständigen Begleiter unseres Planeten.

Der Mond und die Wissenschaft

Wissenschaftliche Erkenntnisse über den Mond sind noch relativ jung. Zu den gesicherten Fakten gehört heute: 384.392 Kilometer trennen die Erde von ihrem Trabanten. Seit Apollo-Mondmissionen auf dem Mond Laserspiegel zur Entfernungsbestimmung hinterlassen haben, ist es möglich, die Distanz genau zu bestimmen.
Der Durchmesser des Mondes beträgt nur etwa ein Viertel des Erddurchmessers, also 3.476 Kilometer und von der Masse ist die Erde ihrem Trabanten überlegen. Dadurch ist auch die Schwerkraft auf dem Mond deutlich geringer – sie beträgt nur ungefähr ein Sechstel der Erdschwerkraft. Ein Mensch auf dem Mond könnte also sechsmal höher springen als auf der Erde.
Seit der ersten Mondlandung weiß man auch ganz sicher, dass es auf unserem Trabanten keine Mondkälber und keine grünen Männchen gibt. Große Temperaturschwankungen, das Fehlen einer Atmosphäre und harte Strahlungen aus dem All lassen die Existenz von Lebensformen, wie wir sie kennen, unmöglich erscheinen. Auf dem Mond gibt es keine Atemluft, kein Wasser und keine Geräusche. Es herrscht Totenstille.

Ein Menschheitstraum erfüllt sich

Der erste Mensch, der sein Teleskop auf den Mond richtete und somit die Details an seiner Oberfläche wahrnahm, war Galileo Galilei (1564 – 1642). Er glaubte allerdings noch daran, dass die dunklen Flächen Meere und die hellen Flächen Land seien: „Jetzt wissen wir endlich, dass der Mond eine zweite Erde ist.“ Und Johannes Kepler soll gesagt haben: „Man schaffe Schiffe und Segel, die sich für die Himmelsluft eignen, dann werden sich auch Menschen finden, die das Wagnis unternehmen, dort hinaufzusegeln.“
Erst beinahe 400 Jahre später ging der lang gehegte Menschheitstraum in Erfüllung. Apollo 11 hob am 16. Juli 1969 von der Erde ab, an Bord die drei Männer, deren Namen in die Geschichte eingegangen sind: Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins. Die Reise zum Mond verlief ruhig und völlig komplikationslos, fast so, als hätte die Menschheit nie etwas anderes getan. Eine Fernsehkamera an der Außenseite der Fähre übertrug den his-torischen Moment zur Erde, als Armstrong den berühmten Ausspruch tat: „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Mann, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.“ Aldrin hisste schließlich eine speziell präparierte US-Flagge, die im Vakuum „flattern“ konnte. Die ersten Menschen auf dem Mond ließen folgende Inschrift zurück: „Hier setzten Menschen vom Planeten Erde erstmals ihren Fuß auf den Mond. Juli 1969 AD. Wir kamen in Frieden für die ganze Menschheit.“
Die anderen Apollo-Missionen konnten von vornherein nicht so aufregend sein wie diese allererste, aber jede von ihnen zeigte ihr eigenes erstaunliches Ergebnis. Insgesamt flogen von Dezember 1968 bis Dezember 1972 24 Menschen zum Mond. Zwölf von ihnen landeten und wanderten auf seiner Oberfläche umher.

Der Mann im Mond

Seit Galileo Galilei sein Teleskop zum Himmel richtete, haben die Sterngucker eine „Daueraffäre“ mit dem Mond – und zum Vollmond ist die Liebe ganz besonders groß. Nie ist unser direkter Himmelsnachbar bezaubernder, als wenn er rund und hell ist. Es liegt etwas Berückendes und fast Magisches im Anblick der riesigen Kugel, die scheinbar zwischen den Wolken schwebt. Und der Vollmond bietet uns außerdem seine eigenen Sehenswürdigkeiten, die sogar mit bloßem Auge zu erkennen sind.
Ohne Fernrohr betrachtet, bildet das Muster aus dunklen Flecken ein Gesicht: den „Mann im Mond“. Das sind die schroffen Hochländer, die „Terrae“ und die dunklen „Meere“ aus erstarrter Lava, die so genannten „Maria“. Sie bekamen ihren Namen von dem italienischen Forscher John Babtist Riccioli (1598 – 1671). Er ging nämlich auch von der Annahme aus, es könne sich um Flüssigkeitsansammlungen (Mare – Meer) wie auf der Erde handeln.
Ein Fernglas enthüllt uns noch mehr Details des Mondgesichtes. Man kann genau die „Meere“ erkennen und sehen, dass alle ungefähr kreisrund sind. Der Mond musste nämlich vor etwa drei Milliarden Jahren ein höllisches Bombardement von Asteroiden und Kometen über sich ergehen lassen, die seine Oberfläche mit Kratern spickte, die teilweise bis zu Hunderten von Kilometern groß sind und ungefähr 16 Prozent des Himmelskörpers bedecken. Mit der Zeit drang durch die Brüche geschmolzenes Gestein nach oben und überschwemmte die großen Becken mit einem dicken Überzug. Man kann sich die Maria wie einen riesigen Suppenteller vorstellen, der mit erstarrter Lava gefüllt ist.
Das alles kennt man heute genau, denn in den Jahren 1966, 1994 und 1999 wurde der Mond von amerikanischen Mondsonden exakt kartografiert.

Das helle Licht des Vollmonds

Bei Vollmond gibt es eine Menge Details zu erkennen, die interessante Geschichten erzählen. Zu den erstaunlichsten Phänomenen, die sich auf der sonnenüberfluteten Landschaft finden, gehören helle, sternförmige Muster, die von einigen Kratern ausgehen. Diese „Strahlen“ sind Streifen aus Gestein und Staub, die einst bei Meteoreinschlägen über weite Entfernungen hinwegspritzten. Es gibt große und kleine Strahlenkrater, die bei Vollmond als helle Flecken erkennbar sind, und die dunkle Maria wie Sterne an einem Himmel aus Stein sprenkeln. Das helle Licht des Vollmonds zeigt uns noch eine ungewöhnliche Eigenschaft seiner Oberfläche, die von einer dicken Schicht aus feinkörnigem Staub bedeckt ist. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der oberste Teil der Staubschicht im mikroskopischen Bereich eine spezielle Struktur besitzt. Dadurch wird das Licht am stärksten direkt in die Richtung zurückgeworfen, aus der es kommt. Wenn wir also den Vollmond sehen, dann steht die Sonne, die ihn bescheint, direkt hinter uns, und ein großer Teil des Lichts strahlt in unsere Richtung – so wie ein Stoppschild den Strahl der Autoscheinwerfer reflektiert. Der Effekt: Die beleuchtete Fläche des Vollmonds ist nur doppelt so groß wie die des Halbmondes, sie erscheint uns jedoch zehnmal heller.

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Den vollständigen Artikel können Sie im Magazin "Der große Mondkalender 2008" lesen.


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14. September 2008


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