Mondsüchtig: das Geheimnis des Schlafwandelns

Wer meint, beim Schlafwandeln handle es sich um ein seltenes Phänomen, der irrt: Bis zu 30 Prozent aller Kinder durchleben wenigstens einmal eine solche Phase. Mit zunehmendem Alter reduziert sich die Häufigkeit allerdings auf unter fünf Prozent der Erwachsenen. Beim Schlafwandeln handelt es sich um eine Störung des Aufwachmechanismus. Meistens äußert sich diese durch bloßes Aufrichten im Bett, in schwereren Fällen stehen die Schlafwandler aber auf, durchschreiten oder verlassen das Zimmer. Manche Schlafwandler öffnen Laden und Kästen, andere essen während einer Episode, einige klettern sogar auf Balkone oder Dächer. Lange Zeit wurde dies als Versuch interpretiert, dem Mond näher zu kommen, weshalb das Phänomen auch als Mondsüchtigkeit oder Lunatismus bezeichnet wurde. Tatsächlich dürften sich viele Schlafwandler in Zeiten, als der Mond die einzige nächtliche Lichtquelle war, in seine Richtung bewegt haben. Da der Mond heute vor allem in Städten nur ein Helligkeitsfaktor unter vielen ist, orientieren sich die Schlafwandler eher an anderen Lichtquellen. Man weiß aber mittlerweile, dass Lichtquellen nicht die einzigen Auslöser des Lunatismus – oder des Somnambulismus, wie man es heute häufiger nennt – sind. Auch Geräusche oder körperliche Reize wie eine gefüllte Blase begünstigen das Phänomen. Fest steht bislang nur, dass es eine genetische Veranlagung dafür gibt, zumal das Phänomen in bestimmten Familien gehäuft vorkommt.


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10. Mai 2017