Die unterschiedlichen Mondkalender

  • Schon frühe Kulturen nutzen den regelmäßigen und übersichtlichen Rhythmus des Mondes für die Entwicklung von Kalendern. Der uralte babylonische Kalender etwa legte den Monatsbeginn mit dem Neumond fest.
  • Jeder Mondkalender (Lunarkalender) orientiert sich am Lauf des Mondes um die Erde.
  • Siderische Lunarkalender bestimmen den Tag nach der Position des Mondes am Himmel. Während eines siderischen Monats umrundet der Mond in Bezug auf den Fixsternhimmel die Erde in 27,321 Tagen.
  • Im Gegensatz dazu orientieren sich synodische Lunarkalender an den Mondphasen. Während eines synodischen Monats umrundet der Mond die Erde in Bezug auf die Sonne. Da die Erde (je nach Jahreszeit) in jedem Monat auf ihrem Sonnenumlauf um 26–28° weiterwandert, ist ein synodischer Monat – also die Periode zwischen zwei Neumonden – mit 29,53 Tagen um rund zwei Tage länger als ein siderischer Monat.
  • Für ein Lunarjahr mit zwölf synodischen Monaten (synodisches Mondjahr) oder 13 siderischen Monaten (siderisches Mondjahr) ergibt sich daher eine Länge von 354 bis 355 Tagen, womit ein Lunarjahr um rund 10 bis 12 Tage kürzer ist als ein Sonnenjahr.
  • Der altrömische und der islamische Kalender basieren beide auf dem Mondjahr mit 354 Tagen, also zwölf synodischen Monaten. Diese Form der Mondkalender bezeichnet man als „Freie Lunarkalender“.
  • Die Tatsache, dass die Dauer eines Umlaufs der Erde um die Sonne und einer Rotation des Mondes um die Erde in keinem ganzzahligen Verhältnis zueinander stehen, erweist sich dabei allerdings als Hindernis. Um den Jahresverlauf exakt bestimmen zu können, wurden daher Schaltmonate eingefügt, die das Mondjahr mit dem Sonnenjahr synchronisierten – man spricht dann von „Gebundenen Lunarkalendern“ oder „Lunisolarkalendern“. Auf diesem Schema basieren etwa der jüdische und der altgriechische Kalender.

Aktuelle Mondphase

zunehmender Halbmond, 1. Phase

zunehmender Mond


Nächster Vollmond

4. Oktober 2017